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2019
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Egnater Rebel 20 + Egnater Rebel 112X

Ich hab mir vor einiger Zeit den Egnater Rebel 20 Mk II mit der passenden Egnater Rebel 112X‑Box ins Studio gestellt. Klar, Egnater baut schon länger keine neuen Amps mehr, also gibt’s den nur noch gebraucht. Für mich macht das den Amp fast schon zum kleinen Sammlerstück – und ehrlich gesagt: er hat’s verdient.

Egnater Rebel 20 und 112X

Kompakt, Röhrig, Flexibel – 1–20 Watt Röhrenpower mit Tube‑Mix & Celestion Elite 80 Punch

Egnater Rebel 20 und 112X

Herkunft & Hintergrund

  • Hersteller: Egnater Amplification
  • Modell: Rebel 20 Head + Rebel 112X Cabinet
  • Produktionszeitraum: ca. 2008–2014
  • Fertigung: China
  • Design: Boutique‑inspiriert, zweifarbiges Tolex & Vintage‑Grill
  • Besonderheit: Tube‑Mix zwischen EL84 & 6V6 Röhren + Wattregelung

Rebel 20 Head – Technische Daten

  • Leistung: 1–20 Watt (stufenlos regelbar)
  • Endstufenröhren: 2× EL84 + 2× 6V6 (mischbar)
  • Vorstufenröhren: 3× 12AX7
  • Kanal: 1 (Clean bis Crunch)
  • EQ: Bass, Middle, Treble
  • Schalter: Tight & Bright
  • Tube‑Mix: stufenlos zwischen britisch (EL84) & amerikanisch (6V6)
  • Effektschleife: seriell
  • Impedanz: 4 / 8 / 16 Ohm
  • Maße: ca. 38 × 20 × 20 cm
  • Gewicht: ca. 8 kg

Rebel 112X Cabinet – Technische Daten

  • Speaker: 1× 12" Celestion Elite 80 (Custom Voiced)
  • Belastbarkeit: 80 W @ 16 Ohm
  • Bauweise: geschlossen mit Front‑Porting
  • Material: Birkensperrholz
  • Maße: ca. 48 × 34 × 29 cm
  • Gewicht: ca. 14 kg
  • Optik: zweifarbiges Tolex, Vintage‑Grill, Egnater‑Logo

Klang

Was mich bis heute begeistert, ist die Dynamik. Mit den 6V6‑Röhren klingt er warm und typisch amerikanisch, die EL84‑Seite bringt dagegen diesen bissigen UK‑Charakter. Über den Tube‑Mix kann man beide Welten stufenlos mischen – kein Gimmick, sondern wirklich musikalisch nutzbar.

Crunch klingt richtig authentisch, Mid‑Gain bleibt transparent, High‑Gain ist nicht seine Stärke. Mit der Box kommt ein sattes Bassfundament dazu, das ihn größer wirken lässt, als man es von einem kleinen Topteil erwarten würde.

Funktionalität

Die Leistungsregelung von 20 W bis runter auf 1 W ist für mich immer noch ein Killer‑Feature. Endstufenzerrung bei Wohnzimmerlautstärke – das können viele moderne Amps nur mit digitaler Hilfe. Der Effektweg ist simpel, aber zuverlässig, und Pedale nimmt er sehr gut.

Natürlich fehlen ihm Features, die man heute oft erwartet: kein DI‑Out, keine integrierten IRs oder digitale Komfortfunktionen. Für Recording oder Silent‑Practice braucht man deshalb eine externe Loadbox – was aber problemlos funktioniert.

Egnater Rebel 20 Rückseite

Coolness

Für mich hat der Rebel 20 eine besondere Coolness, weil er ein Zeitzeuge der „Lunchbox‑Amp‑Welle“ ist. Bruce Egnater hat mit diesem Konzept Maßstäbe gesetzt, und heute ist der Amp nur noch gebraucht zu bekommen.

Außerdem bleibt er puristisch – ein Kanal, klare Röhrencharakteristik, genau das macht ihn für mich spannend.

Optisch hat er diesen charmanten Vintage‑Look, nicht flashy, sondern eher „Boutique Underdog“. Gerade das gefällt mir: klein und unauffällig, aber mit echtem Charakter.

Vergleich zu heutigen Amps

Moderne kleine Röhrenamps sind oft vielseitiger, mit DI‑Outs, IR‑Loadern oder digitalen Features. Sie bieten mehr Gain‑Reserven und sind stärker auf Flexibilität fürs Studio ausgelegt.

Der Rebel dagegen bleibt puristisch – und genau das macht ihn ehrlich und direkt. Weniger Allrounder, mehr Charakter. Mit der passenden Box klingt er im Studio immer noch beeindruckend.

Fazit

Der Egnater Rebel 20 ist aus heutiger Sicht kein moderner Alleskönner, sondern ein Charakter‑Amp: warm, dynamisch, flexibel zwischen US‑ und UK‑Voicing, aber ohne digitale Komfortfeatures.

Genau dadurch hat er seinen Charme – und im Studio mit der passenden Box klingt er immer noch beeindruckend.

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